Motorflugmodelle

Nachdem die Lüfte mit Modellsegelflieger erobert wurden, dauerte es nicht lange und die ersten motorbetriebenen Modellflugzeuge stiegen himmelwärts. Am Anfang wurden kleine 2-Takt-Verbrennugsmotoren und Dieselmotoren eingesetzt. Der Hubraum bewegte sich meist unter 10ccm. Im Laufe der Zeit gab es immer mehr und immer größere Motoren.

Heute regieren andere Superlative die Szene der Motorflugzeuge. Eine schier unüberschaubare Anzahl von Antriebsvarianten machen die richtige Motorisierung eines Modellflugzeuges zur Wissenschaft. Hierbei geben die einzelnen entstandenen Wettbewerbszweige einen Überblick, in welche Bereiche der Motorflug sich verzweigt hat:

  • Ferngelenkter Motorkunstflug (F3A, TOC...)
  • Pylonrennmodelle (F3D)
  • Ferngelenkte Motorsegler (F3G)
  • Vorbildgetreue Motorflugzeuge
  • Kunstflugmodelle mit Elektroantrieb (F5A)
  • Motorsegelflugmodelle mit Elektroantrieb (F5B)
  • Pylonrennmodelle mit Elektroantrieb (F5D)
  • Saalflugmodelle mit Elektroantrieb
  • Düsenjet-Modelle mit Turbinen
  • Mehrmotorige Motorflugmodelle usw.

Die technisch anspruchsvollste Entwicklung neben den immer größer und stärker werdenden Kunstflugmodellen, ist die Turbine. Deren Einsatz in Modellflugzeugen wird seit etwa 5 Jahren immer beliebter. Die Möglichkeit mit einem realistischen Jet-Geräusch und einer schier unglaublichen Geschwindigkeit die Luft unsicher zu machen, birgt einen ganz besonderen Reiz.

Hierbei sind 350km/h keine Seltenheit mehr.

In den anderen Bereichen des Motorflugs sind jedoch Highlights und persönliche sowie technischen Meisterleistungen nicht minder eindrucksvoll. So wäre vor 10 Jahren das Fliegen eines großen Kunstflugmodells mit einem Elektromotor unmöglich gewesen. Heute erreichen bürstenlose Elektromotore Leistungen und Größen, die Verbrennungsmotore häufig zur schlechteren Wahl werden lassen.

Der Flugstil bei Motormodellen hat sich immer mehr von der Personenfliegerei abgewendet. Viele Kunstflugfiguren und Flugzustände sind mit manntragenden Flugzeugen nicht zu verwirklichen. Hierbei sei nur das senkrechte Schweben eines Motormodells mit dem Propeller als einziger Auftrieb, der sich schaufelnd gen Himmel streckt, genannt. Diese Figur wird nicht selten auf Grasnabenhöhe geflogen und erfordert ein Höchstmaß an Können und Konzentration (das Torquen).

Der Motorflug wird bestimmt von immer größeren, schnelleren und eindrucksvolleren Modellen. So sind 3m große Modelle mit 150ccm-Motoren heute keine Sensation mehr. Der Modellmotorflug wird in Zukunft, wie in der Vergangenheit, von seiner Vielfalt und seinem reichen Spektrum an verschiedensten Ausprägungen sowie von dem persönlichen Einsatz jedes Modellfliegers leben.

Auf eine interessante Zukunft.

Motorflugreferent

Titus Wolkober