Modellflugverein Böblingen

Segelflug

Die Segelflug Sparte

Modellflug ist heute eine Freizeitbeschäftigung mit sehr hoch entwickelter Technik.

Speziell für die Jugend, aber auch für die Erwachsenen ist das Modellfliegen ein weit verbreitetes Hobby geworden, das jedem Modellflieger hohe Anforderungen abverlangt.

Wenden wir uns dem Segelflug zu, einer der schönsten Modellflugsparten.

Segelflug ist das Fliegen mit motorlosen Flugzeugen unter Ausnutzung atmosphärischer Aufwindquellen. Er ist fast lautlos und verlangt - neben sauber gebauten Modellen - dem Piloten ein großes Maß an Wetterkundigkeit ab.

Bauarten

Wie immer im Modellbau unterscheidet man auch beim Modellsegelflug Nachbauten originaler Segelflugzeuge (sogenannte Scale Modelle), und eigens als Modell-Segelflugzeug entwickelte Formen.

Die ursprüngliche Bauart des Modellsegelflugzeugs verwendete Balsaholz für Rippen und Planken, Kiefernleisten für Holme und Stringer, und Papier zur Bespannung offener Flächen. Solche traditionellen Modellsegelflugzeuge findet man heute eher selten. Heute überwiegen für den Rumpf Faser-Verbundwerkstoffe wie kunstharzgetränkte Kohle- oder Glasfasermatten, und für die Flächen mit Holz beplankte Grundkörper aus Styropor.

In den letzten Jahren wurden Elektrosegler immer beliebter, die es in sehr unterschiedlichen Konfigurationen gibt. Zum einen die sogenannten Softliner, also leichte Segler mit Hilfsmotor, Klappluftschraube und kleiner Antriebsbatterie. Diese E-Segler haben die Möglichkeit 3–4 mal ohne fremde Hilfe auf eine gute Ausgangshöhe zu kommen, allerdings sind sie um Motor und Batterie schwerer als ihre motorlosen Brüder.

Eine Neuentwicklung sind sogenannte "Hotliner". Hochfeste, aus faserverstärktem Kunststoff aufgebaute, aerodynamisch überragende, mit Motorleistung, Akkukapazität und Technik bis unter die Tragflügel vollgestopfte Raketen, die ungeahnte Steigleistungen vollbringen und sogar Motorflugzeuge kaltstellen. Auch sie machen Spaß, haben aber mit dem Grundgedanken des Segelfliegens in traditionellem Sinne nicht mehr viel zu tun.

Startverfahren

Für den Start eines Segelflugzeugs sind Hilfsmittel erforderlich, um es in eine günstige Ausgangshöhe zu bringen.

In der Ebene kann der Wurf- oder Schleuderstart angewandt werden, der allerdings ein leichtes Modell und einen kräftigen Werfer voraussetzt.

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Windenstart und Zeitnahme beim Training

 

 

 

Sehr beliebt bei unseren Segelfliegern ist der Seilwindenstart mit einer Elektrowinde. Dabei werden Ausgangshöhen von bis zu 250 Meter erreicht. Diese Höhe reicht, um ohne Aufwind mehrere Minuten in der Luft zu bleiben.

Eine weitere Startart ist der Flugzeugschlepp. Dabei wird das Segelflugzeug, wie bei den Großflugzeugen, über ein Schleppseil von einem Motorflugzeug auf Höhe gebracht.

Schließlich kann ein Segelflugzeug auch mit einem Hilfsmotor ausgerüstet werden, um es auf größere Höhe zu bringen. In jüngerer Zeit werden dazu nahezu ausschließlich Elektromotoren verwendet, die kompakt und leistungsstark sind.

Auftriebsquellen

Nach Erreichen einer gewissen Mindesthöhe kann der Segler auf Thermiksuche gehen. Mit Thermik bezeichnet man in Bodennähe erwärmte Luft, die aufgrund ihrer im Vergleich zur umgebenden Luft geringeren Dichte aufsteigt. Nicht selten können sich Segelflugmodelle über längere Zeit ( 1-2 Stunden und mehr ) in solchen Thermikblasen halten und in der Luft bleiben.

Eine weitere schöne Variante des Segelns ist der Hangflug. Dort wird das Modell oben auf dem Kamm des Hanges direkt aus der Hand entgegen der Windrichtung gestartet. Unter Ausnutzung des dort herrschenden Hangaufwindes gewinnt man schnell an Höhe und kann sich mit seinem Modell zum Teil in Sichthöhe austoben. Auch dort kann man in eine Thermik einsteigen, um noch größere Höhen zu erreichen. Als Rettungsanker bleibt nach einem "Absaufer" aber immer noch der Hangaufwind. Daher haben sich auch im Segelflug eine Anzahl von Kunstflugmodellen entwickelt, die im Hangaufwind wie die Echten ihre Loopings, Rollen, Turns und Slips absolvieren können.

Unsere Segelfluggruppe

Die Segelfluggruppe besitzt im Modellflugverein Böblingen einen sehr hohen Stellenwert. Seit über drei Jahrzehnten beteiligen sich die Seglerpiloten mit beachtlichen Erfolgen bei öffentlichen Segelflugwettbewerben und vertreten somit den Modellflugverein weit über unsere Landesgrenzen hinaus.

Ein gutes Dutzend Seglerpiloten treffen sich ab Anfang April jeden Mittwoch Nachmittag zum Training auf dem Modellflugplatz. Dort bereitet man sich speziell auf die bevorstehende Wettbewerbssaison vor und pflegt die Kameradschaft. Abends wird das Fliegen unterbrochen und der Grill wird angeheizt. Heiße Rote, Bratwürste und Steaks werden gegrillt und anschließend mit diversen Beilagen verzehrt. Die Unterhaltung kommt dabei nicht zu kurz. Nicht zu vergessen, unsere Frauen sind immer dabei. Wer im Anschluss noch Lust auf das Fliegen verspürt, startet nochmals in den Abendhimmel und lässt sein lautlos dahin gleitendes Segelflugzeug bei untergehender Sonne am Himmel kreisen.

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F3B Wettbewerb

 

Das vereinsinterne Jahresprogramm der Segelflieger hat folgenden Inhalt:

  • F3B-E Vereinsmeisterschaft in 3 Teilwettbewerben
  • Seglertag mit Schleppmaschinen, Kunstflug und vielen weiteren Attraktionen
  • Städte-Vergleichsfliegen Böblingen - Sindelfingen
  • Segelflugwettbewerb anlässlich der Böblinger Modellflugtage

Spartenleiter Segelflug

Marc Schrempf